Moltmann’s Dependence on Georg Picht

I am currently looking at the role Georg Picht plays in the development of Moltmann’s theology. The most important aspect is Moltmann’s concept “the epiphany of the eternal present/presence of being” (die Epiphanie der ewigen Gegenwart des Seins), which is taken from Picht. The other seems to be his tracing of the, according to him, Hellenistic staticity of modern theology (Bultmann and Barth) to Parmenides. Below is what I think is the most important paragraph for Moltmann, demonstrating Parmenides’s influence on Kant and Plato:

Ist aber die bleibende und unwandelbare Zeit, deren innerstes Wesen ewige Gegenwart ist, die Zeit der Geschichte? Wir können diese Frage nur beantworten, wenn wir noch einmal uns der Griechen erinnern. Denn wenn Kant die Zeit durch die Substanz vorstellt, die er als reine Identität und als die Negation alles Wechsels überhaupt begreift, so verweist er uns, ohne sich dessen bewußt zu sein, auf das unwandelbare Sein des Parmenides. Wir müssen es uns versagen, durch eine Auslegung des Parmenides zu zeigen, wie hier im Ansatz der griechischen Ontologie bereits der Entwurf vorgezeichnet ist, in dem sich das Denken von Kant bewegt, sondern erinnern nur an die parmenideischen Seinsprädikate. Das Sein ist ungeworden und unvergänglich (ἀγένητον καὶ ἀνώλεθρον), es ist ohne Ziel (ἀτέλεστον), es war niemals noch wird es jemals sein, da es jetzt ist zumal als Ganzes (οὐδέ ποτ’ ἦν οὐδ’ ἔσται, ἐπεὶ νῦν ἔστιν ὁμοῦ πᾶν,), es ist Eins (ἕν) und zusammenhängend (συνεχές. Von hier aus hat Zenon, der Schüler des Parmenides, die Paradoxien des Kontinuums entwickelt). Wir treffen hier also das ganze Gefüge von ontologischen Prädikaten, das Kant aus der theologischen Metaphysik des Christentums vertraut war; die Epiphanie der ewigen Gegenwart des Seins verstellt bis heute die eschatologische Offenbarung Gottes. Und nur diese Epiphanie ist bei Parmenides Wahrheit, ἀλήθεια. Die Vergänglichkeit, die Vielheit und der Wandel in der Zeit hingegen ist δόξα, ist Erscheinung, in der für den Wissenden doch stets nur das Eine ständig gleiche Sein erscheinen kann. Auf dem Boden der Ontologie des Parmenides hat Platon einen Zeitbegriff gegeben, der ganz aus der Epiphanie der ewigen Gegenwart gedacht ist. Die Zeit ist nach seiner Definition im Timaios (37 D) „der im Einen verharrenden Ewigkeit nach Zahl fortschreitendes ewigliches Abbild“ (μένοντος αἰῶνος ἐν ἑνὶ κατ’ ἀριθμὸν ἰοῦσα αἰώνιος εἰκών). Sie ist Abbild, [42] weil sie die ewige Praesenz des Seins re-praesentiert. Wenn aber das Wesen der Zeit überhaupt die Re-praesentation des Seins ist, so muß auch das in der Zeit erscheinende zeitlich Seiende ontologisch durch die Repraesentation bestimmt sein. Deshalb ist nach Platon das Sein alles zeitlich Seienden seinem Wesen nach Abbild-Sein. Die Zahl, nach der die repraesentierende Zeit ihren Gang nimmt, ist uns durch die Umläufe der Himmelskörper gegeben; deshalb können wir an der Fixstern-Sphäre das Abbild der ewigen Gegenwart mit Augen sehen. Wie der Tag und das Jahr, so verläuft auch die Zeit im Ganzen in einem zyklischen Umlauf; „die Zeit selbst scheint so etwas wie ein Kreis zu sein“, sagt Aristoteles (Phys. 223 b 29). Auch darin ist sie das Abbild des Einen Seins, von dem Parmenides sagt, es sei „vergleichbar der Masse einer wohlgerundeten Kugel (εὐκύκλου σφαίρης), von der Mitte her gleichgewichtig überall“ (B 8, 43/4).

Georg Picht, Die Erfahrung der Geschichte, 42-3.

For more on Moltmann’s dependence on Picht, see Morse, The Logic of Promise in Moltmann’s Theology, 55-7

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